Bildrechte: Johannes Hinkelammert

 

Unterstützer und Freunde des Rechenpate-Projekts

 

Für mich persönlich war die Teilnahme am Rechenpate-Projekt eine sehr wertvolle und wichtige Erfahrung im Rahmen meines Studiums der Grundschulpädagogik. Die Verknüpfung von Theorie und Praxis zu einem so frühen Zeitpunkt im Studium (2. Semester Bachelor) hat mich in meinen beruflichen Zielen bestärkt und mein Interesse an der mathematischen Bildung von Kindern nochmals intensiviert. Zu erkennen, wie wichtig eine motivierende Herangehensweise an Mathematik für Kinder ist, wird meine eigene zukünftige Unterrichtsplanung sicherlich beeinflussen.

 

Kristina Pieschel, Rechenpatin


Als ich den Namen „Rechenpaten“ zum ersten Mal las, war mir klar, so etwas hatte bisher gefehlt und wird nun endlich in Angriff genommen. Wo es die erfolgreichen „Lesepaten“ doch schon lange gibt. Das Konzept des Rechenpate-Projekts, verbunden mit dem ganz persönlichen Engagement der Beteiligten, überzeugt mich. Klar, richtig zum Laufen kommt es nur mit der gehörigen Unterstützung. Spenden für das Projekt und somit für die Förderung der Kinder sind eine gute Investition für deren Leben und unsere Zukunft.

 

Prof. Dr. R. D. Grigorieff, Technische Universität Berlin


Ich kenne Studierende, die im Rechenpate-Projekt mitgearbeitet haben. Daher kann ich sagen: Das Projekt fördert nicht nur Schüler, sondern auch die Professionalisierung der angehenden Lehrkräfte: Die Studierenden sehen als Rechenpaten, wie individuell die Lernenden sind und dass Einzelne oft nur in die Rolle eines “schwierigen Schülers” rutschen, weil im Unterricht keine Zeit oder keine Ressourcen für eine Förderung vorhanden sind. Die Selektion im Klassenraum wird durch das Rechenpate-Projekt durchbrochen: Hier nimmt sich der Pate Zeit. Aufmerksamkeit ist die wertvollste Ressource, die einem Kind entgegengebracht werden kann. Die Rechenpaten haben neben einem neuen Blick auf das Kind auch schülerorientierte Lernmethoden, die Lernlücken schließen oder Grundlagen schaffen. Das fachliche Lernen in der Förderung hat meines Erachtens aber eine zweitrangige Rolle, an erster Stelle steht die Selbstwirksamkeit: Sobald ein Kind ein Erfolgserlebnis hat und aus einer Rolle heraustreten kann, die durch die Schule verfestigt worden ist, wird es sich auch im Unterricht wieder anders einbringen können. Die Paten stärken die Kinder, und das ist sehr wichtig für Berlin. Allerdings sollten die Lehrkräfte in Berlin auch mehr Ressourcen erhalten, damit sie selbst auch im Klassenraum weiterfördern können. Dafür ist eine Schulpolitik wichtig, die Lehrkräfte stärkt. Das Projekt Rechenpaten kann dabei wegweisend sein.
Prof. Dr. Petra Anders, Humboldt Universität zu Berlin

 


Mathe in der Kita? Ja kann die Antwort nur lauten. Denn ich spreche aus Erfahrung. Von den Rechenpaten hörte ich als Mathepatin in einer Berliner Grundschule, als meine SchülerInnen spezifische Probleme hatten. Herr Hinkelammert konnte mit Rat helfen. Schnell war mir klar, Matheförderung muss in der Kita beginnen. Ich baute eine Gruppe von Ehrenamtlichen auf und mit Unterstützung von Herrn Hinkelammert entwickelten wir ein Konzept für die Kita.

Seit 2015 sind wir als ehrenamtliche MathepatInnen in der Kita Letteallee. Wenn wir in die Kita kommen, stürmen uns die Kinder entgegen. Alle wollen mitmachen. Spielerisch lernen die Kinder den Zahlenraum von 1 bis 10 kennen. Manchmal können wir förmlich zusehen, wie sie begreifen. Evaluierung unserer Arbeit ist natürlich nicht möglich. Aber „unsere“ Kinder gehen mit großem Selbstbewusstsein in die Schule. Mathematische Früherziehung funktioniert als Prävention gegen Rechenschwäche in der Schule.

 

Berlin, den 30.01.2019                                                   Dorothea Peichl


Schulen leiden noch immer unter sehr trägem und bürokratielastigem Wandel zum Leidwesen der wichtigsten Personen – den Kindern. Seit meiner Grundschulzeit vor ca. 12 Jahren hat sich prinzipiell auch gerade im Matheunterricht wenig geändert. Frontalunterricht und die gleichen sinnbefreiten Aufgaben hoch- und runterlernen, bis am Ende eine Reihe von Schülern die richtigen Antworten vorpredigt. 

Während meiner ersten Studienjahre an der FU Berlin konnte ich über das Projekt von Herrn Hinkelammert dann aber endlich etwas Innovation im Bereich Mathematik finden und hatte sogar die Chance über ein Seminar im Rechenpatenprojekt mitzuwirken. Mathematik und Spiel schlossen sich durch die interaktiven Lernspiele nicht mehr aus. Nein – sie waren sogar eine essentieller Bestandteil der Unterrichtsgestaltung!  
Die von mir betreuten Kinder zeigten innerhalb der wenigen Stunden, die wir zusammen arbeiten konnten, bereits eine unglaublich gestiegene Motivation und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Rechnen. Der spielerische Kompetitivansatz bei den Gruppenspielen holte so ziemlich jedes Kind ab und selbst für mich als „Lehrkraft“ war es dann immer Schade, wenn die Stunde schon vorüber war und wir unsere letzte Runde des berühmt berüchtigten „Rattenwerfens“ nur noch hastig zu Ende bringen konnten, bevor die Kinder zur nächsten Stunde mussten. 
Es gab mir immer ein wohliges Gefühl, wenn die Kinder fragten, ob wir denn schon wirklich aufhören müssten. 
Dass Kinder nicht aufhören wollen Mathe zu lernen – das hatte ich mir auch nie erträumt.

 

Richard Schuhman


Ich war für ein Semester als Rechenpate an einer Grundschule in Kreuzberg tätig und habe mich dort jede Woche intensiv mit drei Kindern
beschäftigt, die Probleme im Mathematikunterricht hatten. Durch den intuitiven und simplen Aufbau der Spiele konnte ich nach einer kleinen
Erläuterung der Spielregeln sofort mit der Förderung starten und die Kinder von Beginn an fördern. Der Aufbau der Spiele ist für Kinder
ansprechend und eine gern gesehene Abwechslung zu dem Schulalltag. Förderung kann hier also wirklich spielerisch und mit Spaß stattfinden.
Ich konnte in dem halben Jahr beobachten, wie die Kinder sicherer im Umgang mit den Zahlen wurden und wie die Spiele ihnen geholfen haben,
bestehende Probleme im Mathematikunterricht zu beseitigen. Man hat daran gemerkt, dass die Spiele elementare Hürden oder Probleme
von Kindern im Grundschulalter angehen.
Auch die Lehrkraft war sehr zufrieden mit den Ergebnissen und konnte eine Verbesserung der Leistungen der Kinder feststellen. Da sie die
Klasse von 23 Kindern alleine unterrichtete, war sie über die Hilfte und Entlastung sehr dankbar.

 

David Golubko


Als ich im Januar 2017 das erste Mal meine Tätigkeit als Rechenpate aufnahm, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Mal Kontakt mit Schulkindern gehabt. Ich war nervös und wusste noch nicht ganz, was auf mich zukommen würde. Dieser Erstkontakt verlief für mich allerdings reibungslos und ich konnte so Vertrauen in meine pädagogischen Fähigkeiten gewinnen und auch das bald folgende Orientierungspraktikum mit mehr Engangement angehen und dort mehr Verantwortung übernehmen.
 
Das Rechenpatekonzept, das von einer kleinen Fördergruppe bestehend aus maximal 4 Kindern (optimaler Weise nur 1 Kind) ausgeht, hat mir sehr dabei geholfen, die Wichtigkeit und die Einzelheiten des individuellen Lernens zu begreifen. Die geringe Gruppengröße ermöglicht die genaue Erfassung individueller Probleme und deren Förderung. Dadurch war ich dazu in der Lage in meinen Praktikumsklassen auf die Bedürfnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler besser einzugehen.
 
Probleme und Förderungsmaßnahmen sind den Studierenden aus dem Studium bekannt. Das Rechenpateprojekte bietet ihnen jedoch die Möglichkeit dieses Fachwissen in einen nicht-überfordernden (siehe Groppengröße), praktischen Rahmen anzuwenden und dabei Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihre Rechenschwierigkeiten zu überwinden.
 
Der Einstieg in den Umgang mit Kindern kann auch wesentlich unangenehmer verlaufen. Nahezu ahnungslos vor einer Klasse eine Stunde zu geben, kann durchaus vom Beruf Grundschullehrer abschrecken, obwohl die Praxiserfahrung eigentlich dringend benötigt wird. Die Rechenpaten haben mir einen guten, nicht-überlastenden Mittelweg geboten Praxiserfahrung zu sammeln und Kindern zu helfen. Dafür bin ich (und auch meine mittlerweil über 20 geförderten Kinder) dem Rechenpateprojekt sehr dankbar.
 
Sebastian Lindner

Während meiner 32-jährigen Tätigkeit als Mathematiklehrerin an einer damaligen Realschule in einem sozialen Brennpunkt habe ich häufig erfahren, dass den Kindern, die Schwierigkeiten im Fach Mathematik hatten, 3 wesentliche Dinge fehlten:

 

1. ein klarer Zahlenbegriff

2. eine Vorstellung von mathematischen Strukturen und deren Zusammenhängen

3. Die Fähigkeit ihre Lösungsstrategien zu artikulieren

 

Leider habe ich häufig kapitulieren müssen, bei dem Versuch, besonders Kinder mit Migrationshintergrund in die „Geheimnisse der Mathematik“ einzuführen und ihnen Freude an der Beschäftigung mit mathematischen Aufgabestellungen und deren Lösung zu vermitteln. Ich war während meiner gesamten aktiven Zeit auf der Suche nach möglichen methodischen und didaktischen Hilfestellungen.

 

In meinen letzten Schuljahren habe ich den Verein „MORUS 14“ kennengelernt und mich als Schülerhelfer zur Verfügung gestellt. Dort kann ich mich intensiv mit den Problemen der Schüler im Einzelunterricht auseinandersetzen. Auf der Suche nach effektiven und nachhaltigen Methoden, die erheblichen Lücken der Schüler zu schließen, habe ich in einer „langen Nacht der Wissenschaft“ Herrn Hinkelammert und seine Idee, den Kindern spielerisch und mit entsprechenden Materialien einen leichten Zugang zur Mathematik zu verschaffen, kennengelernt. Ich war sofort hellbegeistert und nutze das Material seither in meinen Nachhilfestunden. Die Erfolge sprechen für sich. Leider sind sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein (wir haben 30 Kinder auf der Warteliste). Das Material ist in jedem Alter einsetzbar. Ein kleines Beispiel soll zeigen, welche Möglichkeiten sich eröffnen: Ein Mädchen, das es durch viel Fleiß immer, mit einem sehr schwachen „ausreichend“ bis in die 9. Klasse des Gymnasiums geschafft hat, sah sich außerstande, sich ausreichend für die MSA-Prüfung vorzubereiten und hat mich um Hilfe gebeten. „wie soll ich 8 minus 6 rechnen, wenn ich nicht weiß, was 8 und was 6 bedeutet?“. Zwei Stunden mit den Spielen und dem Material, das geeignet ist Mengenvorstellungen zu schaffen, haben ausgereicht um eine neue Grundlage für das Verständnis zu legen. 4 weiter Stunden für das Lösen von Gleichungen haben die Angst vor Mathematik beseitigen können. Das Mädchen ist heute in der 12. Klasse mit einer 2 in Mathematik. Sie erlaubt es sich sogar, die Lehrerin auf kleine Fehler aufmerksam zu machen.

 

Ich halte das Projekt von Herrn Hinkelammert für äußerst effektiv und Erfolg versprechend. Ich würde mir an jeder Grundschule Rechenpaten in ausreichender Zahl wünschen, die äußerst effektiv im 1:1 Mentoring eventuell in Erscheinung tretende mathematische Defizite im Keim ersticken und damit den Kindern schulischen Frust von Beginn ihrer Schulzeit an ersparen, Freude am Lernen vermitteln und ihnen zu profunden Kompetenzen in Mathematik und allen Naturwissenschaften verhelfen. Das kann keine Lehrer bei einer Anzahl von 25 mit äußerst unterschiedlichem Anfangswissen leisten. Wo das hinführt, können wir an den katastrophalen Ergebnissen der MSA-Prüfung in Mathematik sehen.

 

Marianne Johannsen, Vorsitzende des Vereins Morus 14 e.V.